Die Geschichte des Bahnhofshotels ”Die Bühne” in Bad Saarow

Die Geschichte des Bahnhofshotels ”Die Bühne” in Bad Saarow

Die Bühne im Bahnhofshotel befindet sich seit 90 Jahren in Familienbesitz der heutigen Familie Wolff.

Das Bahnhofshotel wurde im Jahr 1911 von Mina und Emil Nitzsche erworben. Am 01.01.1912 wurde von ihnen ein Restaurant in Verbindung mit einer hauseigenen Fleischerei eröffnet. 1924 übergab Emil Nitzsche das Haus an seine Tochter, die ihrerseits als gute Köchin bekannt war. Die damalige Prominenz aus Berlin ließ oft die Gedanken schweifen bei einem gutem Glas Wein und entspannte sich bei dem hervorragenden Essen und der angenehmen Atmosphäre im Bahnhofshotel. Auch Robert Stolz, ein bedeutender Komponist, wusste die bemerkenswerte Küche zu schätzen und kehrte regelmäßig in Begleitung schöner Frauen zum Mittag ein. Der russische Schriftsteller Maxim Gorki erkor das Bahnhofshotel für die Begehung des Jahreswechsels aus und feierte ausgelassen mit russischen Immigranten das Silvesterfest in der heutigen Bühne.

Damals existierte eine direkte Verbindung vom Saal zum Bahnhof. Fuhr der Zug ein, riss der Bahnhofsvorsteher die Saaltür auf, pfiff und alle Gäste rannten los. Für die zahlreichen Gäste ein Vorteil.

Zur Freude der Einheimischen und Gäste wurden bereits in den 20iger Jahren Kinovorführungen angeboten. Die schlechte wirtschaftliche Lage in den 30igern wirkte sich leider auch auf dieses Haus und seine Eigentümerin aus. Gepaart mit der Verzeichnung persönlicher Verluste der Inhaberin, musste das Restaurant zwangsversteigert werden. So gelang es erneut in die Hände von Emil Nitzsche.

Nach dem Jahr 1936 wurden unter anderem Veranstaltungen für die Soldaten durchgeführt. Es gab Tanz, Variete, alles, was das Leben angenehmer gestaltete. Kurze Zeit nach dem Krieg wurde das Bahnhofshotel für eine gewisse Zeit von der sowjetischen Armee besetzt. Der große Saal wurde zu einer Turnhalle umfunktioniert. Die Kellergewölbe dienten der Beherbergung deutscher Gefangener, bevor sie in die jeweiligen Gefangenenlager gebracht wurden.

Dann im Jahr 1953 kaufte Fleischermeister Ernst Wolff gemeinsam mit seiner Frau Ingrid das Bahnhofshotel von seinem Großvater Emil Nitzsche. Durch regelmäßige Tanzveranstaltungen, Kinovorführungen und dem Karneval wurde das Haus ein beliebtes Ausflugsziel  für Jung und Alt.

In mühevoller Arbeit und Eigenarrangement wurde das Bahnhofshotel wieder zum Leben erweckt. Von der Geschichte des Hauses inspiriert, war es Ziel den Charme der 20iger Jahre mit innovativer Küche zu verbinden.

Nun erstrahlt das Haus wieder im alten Glanz - "Die Bühne" ist wiedergeboren. Der Name ist Programm, ob bei gemütlichen Stunden auf der Terrasse, interessanten Lesungen oder aufregenden Kabaretts im historischen Saal. Die kulturelle Vielseitigkeit spricht neben gut bürgerlicher, innovativer Küche und dem gemütlichen Ambiente die verschiedensten Interessen an.

Bahnhofshotel "Die Bühne" © 2004 - 2017